Der Ortsbeirat beschließt einstimmig einen Prüfantrag zur Tram-Strecke zwischen Gonsenheim und Römerquelle, die auch für den Individualverkehr mit ausgebaut werden könnte.

FINTHEN – Der Streckenabschnitt der Straßenbahnlinie 50 zwischen Gonsenheim und Römerquelle sei „in die Jahre gekommen“ und müsse demnächst ohnehin saniert werden, so Claus Berndroth (FREIE WÄHLER) im Ortsbeirat. Seine Idee ist es, mehrere Fliegen mit einer Klappe zu schlagen und bei der Gelegenheit die Trasse gleich für den Individualverkehr mit auszubauen. Die Straße sei von der Wohnbebauung weit genug entfernt, um dort zu „einer besseren Akzeptanz“ zu führen.

Claus Berndroth (Ortsbeirat Finthen)
Publiziert am von Wenderoth | Schreib einen Kommentar

Das umbenenen von Straßennamen ist eine Beschönigung der Geschichte.

Die Frage nach der Umbenennung von Straßennamen zählt in Mainz zu den Dauerbrennern der Kommunalpolitik. Hierzu haben die FREIEN WÄHLER Mainz eine klare Haltung. Die Diskussion um „vorbelastete Straßennamen“ scheint regelmäßig von vorne zu beginnen. Als müsse jede Generation eigene Lösungen finden. Dabei sind es eigentlich nur folgende drei Möglichkeiten, die zur Auswahl stehen: 

Erstens, die Straßennamen kommentarlos so lassen, um auch belastete und dunkle Teile der eigenen Geschichte im Bewusstsein zu halten. 

Zweitens, bestimmte Straßenschilder mit einem Zusatzschild versehen. Damit kann man die Person kritisch einordnen und diskutieren.

Drittens, die Straße nach einer – aus heutiger Sicht – geeigneten Persönlichkeit umbenennen.

Es gibt für alle drei Möglichkeiten gute Argumente. Aber würde „Umbenennen“ nicht eine Beschönigung der Geschichte bedeuten? Oder die kritischen Zusatzschilder: Wer hat ein solches „verdient“, und wer kommt noch ohne aus? Dabei gilt: Die wiederkehrende Debatte um Straßennamen ist Teil unserer Erinnerungskultur. Es geht dabei nicht um endgültige Antworten, sondern um die Diskussion an sich, die nie beendet sein kann.

Dass wir in Mainz in 50 Jahren eine Straße „Hindenburgstraße“ nennen werden, ist (sehr) unwahrscheinlich. Mit dem Originalnamen und einem kommentierenden Zusatzschild als Ermahnung und Erinnerung an einen dunklen Teil unserer Geschichte ermöglichen wir auch zukünftigen Generationen darüber zu diskutieren.

Gerhard Wenderoth (Vorsitzender der FREIEN WÄHLER Mainz) zu dem Thema: „Die Freien Wähler lehnen die Umbenennung der aktuell in Mainz diskutierten Straßennamen ab. Unsere Geschichte – die Gute und die Böse – muss auch für nachfolgende Generationen nachvollziehbar und erklärbar sein. Dazu sind Zusatzschilder mit Erläuterungen unter bestimmten Straßennamen erforderlich. Ein Schildertausch löscht lediglich Erinnerungen, ohne die erforderliche kontinuierliche  Auseinandersetzung.“

Erwin Stufler, Stadtrat für die FREIEN WÄHLER, findet, es könnte eine Überlegung wert sein, die Anwohnern der betroffenen Straßen über eine Umbenennung in einer geheimen Wahl abstimmen zu lassen. „Die ergänzenden, kommentierenden Schilder würde ich sofort anbringen lassen. Das würde für viele Mainzer Straßen einen Mehrwert bedeuten.“, so Stufler weiter.

Erwin Stufler (Stadtrat)
Publiziert am von Wenderoth | Schreib einen Kommentar
Publiziert am von Wenderoth | Schreib einen Kommentar
Publiziert am von Wenderoth | Schreib einen Kommentar
Publiziert am von Wenderoth | Schreib einen Kommentar